Veranstaltung
Graphic Recording
Copyright Jonas Heidebrecht
Programm
Dienstag | 04. November 2025 | 09.00 – 16.00 Uhr
| Schalthaus | FORUM KLIMANEUTRALES RUHRGEBIET 2025 |
| 09:00 | Ankommen Sina Kuipers | Moderation |
| 09:30 | Begrüßungstalk Christian Kleinhans | Digital Campus Zollverein Garrelt Duin | Regionaldirektor | Regionalverband Ruhr Christian Mildenberger | Geschäftsführer | NRW.Energy4Climate Jörg Kemna | Geschäftsführer | Business Metropole Ruhr |
| 09:50 |
Kapital für morgen – Eine Finanzierungsstrategie für eine zukunftsfähige Industrieregion Kristina Jeromin | Expertin für Transformationsfinanzierung |
| 10:20 |
Impulse aus der Praxis: Energie 1. Tiefengeothermieaufsuchung als Gemeinschaftsprojekt im westlichen Ruhrgebiet Thomas Ruhnau | Wärme/Dezentrale Energiesysteme | medl GmbH Sebastian Mombeck | Bereichsleiter | Energieversorgung Oberhausen AG 2. Effiziente Doppelnutzung: Wie der Messeparkplatz P 10 in Essen zur PV-Anlage wird Jochen Sander | Geschäftsführer | Essener Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH 3. Klimaneutralität für Zollverein – Was die Machbarkeitsstudie zeigt Dr. Helena Lischka | Strategische Standortentwicklung | Stiftung Zollverein |
| 11:30 |
Kooperationswerkstätten 1. Potenziale der Geothermie für Städte und Unternehmen im Ruhrgebiet NRW.Energy4Climate | Fraunhofer IEG 2. Digitale Klimaschutzplanung Regionalverband Ruhr 3. Klimaneutralität als Geschäftsstrategie? Christian Cub | Greentech.Ruhr 4. Motivieren und Mitnehmen – Klimaschutz zielgruppengerecht kommunizieren Alina Schröder | NRW.Energy4Climate 5. Chancen von zirkulärem Produktdesign und Geschäftsmodellen für mein Unternehmen Ilona Dierschke und Ines Haydn | Effizienz-Agentur NRW 6. Freiflächen-Photovoltaik überzeugend vermitteln – Argumente und Strategien für mehr Akzeptanz Philipp Bistritz | Regionalverband Ruhr 7. Wasserstoff & Strom für Groß und Klein: Die Industrietransformation in die Breite tragen KlimaDiskurs.NRW | HyMR 8. Führung „Über Kohle und Kumpel“ auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein Stiftung Zollverein |
| 12:45 |
Mittagspause + Marktplatz Institutionen, Netzwerke und Projekte an einzelnen Ständen: NRW.Energy4Climate | Regionalverband Ruhr – Klimafit | Greentech.Ruhr | Hydrogen Metropole Ruhr | Hochschule Bochum – THALESruhr | Fuseki | Landesamt für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen (LANUK) |
| 14:00 |
Talkrunde: Kreisläufe schließen, Zukunft sichern – Klimaneutralität im Ruhrgebiet Stefan Kuczera | Beigeordneter Regionale Planung und Entwicklung | Regionalverband Ruhr Dr. Andreas Lützerath | Mitglied des Vorstands | TRIMET Aluminium SE Dr. Arnt Baer | Abteilungsleiter Politik und Verbände | Gelsenwasser AG Dr. Michael Walther | Teamleiter Ökonomie/Politik/Gesellschaft | NRW Energy4Climate |
| 14:40 |
Impulse aus der Praxis: Circular Economy 1. Circular City Duisburg Linda Wagner I Beigeordnete für Umwelt, Klimaschutz, Gesundheit, Verbraucherschutz und Kultur | Stadt Duisburg 2. Fahrradschläuche neu gedacht – Chancen von zirkulären Geschäftsmodellen Dr. Patrick Mattfeld I Geschäftsführender Gesellschafter | TPU Plus GmbH 3. Digitale Produktpässe leicht gemacht – easy.dpp.nrw Thilo Grollmann | Stellvertretender Vertriebs- und Marketingleiter | Celano |
| 15:30 | Wrap-up & Verabschiedung |
| 16:00 |
Networking |
Kooperationswerkstätten
I
„Potenziale der Geothermie für Städte und Unternehmen im Ruhrgebiet“
NRW.Energy4Climate | Fraunhofer IEG
II
„Digitale Klimaschutzplanung“
Regionalverband Ruhr
III
„Klimaneutralität als Geschäftsstrategie?“
Christian Cub | Greentech.Ruhr
IV
„Motivieren und Mitnehmen – Klimaschutz zielgruppengerecht
kommunizieren“
Alina Schröder | NRW.Energy4Climate
V
„Chancen von zirkulärem Produktdesign und
Geschäftsmodellen für mein Unternehmen“
Ilona Dierschke und Ines Haydn | Effizienz-Agentur NRW
VI
„Freiflächen-Photovoltaik überzeugend vermitteln – Argumente und Strategien für mehr Akzeptanz“
Philipp Bistritz | Regionalverband Ruhr
VII
„Wasserstoff & Strom für Groß und Klein: Die Industrietransformation in die Breite tragen“
KlimaDiskurs.NRW | HyMR
Was wurde diskutiert?
In dieser Werkstatt wurde über die Potentiale von tiefer Geothermie für die kommunale Wärmeplanung gesprochen. Auch wenn die Datenlage für das Ruhrgebiet noch nicht an jedem Ort vollständig ist, zeigt sich, dass Tiefengeothermie einen positiven Einfluss auf die Wärmeversorgung im Ruhrgebiet haben kann. Diese Daten müssen in den kommenden Jahren vervollständigt werden. Die Potentiale der Tiefengeothermie müssen genutzt und alle Beteiligten auf dem Weg dahin mitgenommen werden. Zudem sollte Geothermie schon jetzt in der kommunalen Wärmeplanung berücksichtigt werden. Um das zu erreichen, sollten die bereits vorhandenen Informationen noch besser und anschaulicher aufbereitet werden und klare Messages zur Nutzung tiefer Geothermie gesendet werden. So können die vorhandenen Potentiale optimal genutzt werden.
Was wurde diskutiert?
- Die Vision von der Zukunft des Ruhrgebiets kann im Dialog und mit der digitalen Klimaschutzplanung gemeinsam mit Bürger*innen und Unternehmen erschaffen und plastisch kommuniziert werden. Wichtig ist dabei die Bereitstellung einer verlässlichen Datenbasis.
- Sowohl Kommunen als auch Unternehmen können vor allem durch finanzielle Anreize wie Förderprogramme und Investitionssicherheit dazu bewegt werden, sich mehr in der Klimaschutzplanung zu engagieren.
- Die Region benötigt gute Vorbilder und eine gute Kommunikation, um Best Practice-Projekte zu vermitteln und weitere Akteur*innen im Ruhrgebiet zum Mitmachen zu motivieren.
Was wurde diskutiert?
In dieser Werkstatt gingen die Teilnehmenden der Frage auf den Grund, wie und warum sie das Ziel der Klimaneutralität in ihrem Unternehmen angehen können.
- Nachhaltigkeit als Geschäftsstrategie birgt vor allem ein hohes Innovationspotential, aber auch eine hohe bürokratische Belastung.
- Die persönliche aber auch die unternehmerische Motivation ist vielschichtig und reicht von Compliance über Mitarbeiterbindung, Kundennachfrage zu globaler Gerechtigkeit.
- Es gibt gute Voraussetzungen da wir über die notwendigen technischen Voraussetzungen verfügen und weil gerade bei der jüngeren Generation ein Mentalitätswandel erfolgt.
- Herausforderungen sind aber nach wie vor, dass Gewinnoptimierung bei den Unternehmen an erster Stelle steht und Nachhaltigkeit noch immer mit höheren Kosten verbunden wird.
- Konkrete Ansatzpunkte in ihren Unternehmen sahen die Teilnehmenden in der Energieversorgung und effizienteren Nutzung, in den Gebäuden, der Mobilität, in Maßnahmen zur Kreislaufwirtschaft aber auch in der Digitalisierung und Nutzung von KI.
- Ungenutztes Potential zur Optimierung liegt im Bereich der Scope 3 Emissionen.
Was wurde diskutiert?
Im Rahmen des Workshops verdeutlichte die Referentin Alina Schröder, dass Menschen je nach Ausprägung ihrer Grundwerte unterschiedlich auf Klimaschutzbotschaften reagieren. Aus diesen Grund ist eine zielgruppengerechte Ansprache wichtiger als die Betonung technische Details oder CO₂-Zahlen. Positive, lösungsorientierte Emotionen wie Hoffnung, Selbstwirksamkeit und Wertschätzung fördern Akzeptanz deutlich stärker als Angst oder Überforderung. Zudem können soziale Normen genutzt werden, indem sichtbar gemacht wird, dass viele andere bereits handeln – was Zugehörigkeit schafft und zum Mitmachen motiviert. Abschließend hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit miteinander zu überlegen, wie sie dieses Wissen in ihrer eigenen Arbeit anwenden können.
Das ausführliche Hand-Out kann bei Alina Schröder angefragt werden
Was wurde diskutiert?
Die Werkstatt behandelte die CIRCO-Methode. Das Konzept ist, dass mit Unternehmen in Workshopreihen Ideen für zirkuläre Produkte und Geschäftsmodelle entwickelt werden. CIRCO stammt aus den Niederlanden und die Effizienz-Agentur NRW organisiert als erster deutscher CIRCO-Hub regelmäßig Workshopreihen in diversen „Tracks“ wie Metallverarbeitung oder Verpackung. Der Ansatz integriert zirkuläre Methoden möglichst früh in die Produktentwicklung und im Geschäftsmodell.
Im Workshop gab es eine Einführung ins CIRCO-Konzept und zur Kreislaufwirtschaft generell. Danach wurde das Konzept am Beispiel eines Jeans-Herstellers praktisch angewandt. Die gesamte Wertschöpfungskette wurde im Hinblick auf Materialaufwertung, Geldflüsse und Ressourcenverbrauch abgebildet. Auf Basis dieser Struktur sollte überlegt werden, welche Veränderungen möglich sind, um das Geschäftsmodell stärker auf Kreislaufwirtschaft auszurichten.
Was wurde diskutiert?
- Um die Klimaneutralität im Ruhrgebiet zu erreichen, ist ein massiver Ausbau von Freiflächen-Photovoltaik zwingend notwendig. Projektanfragen scheitern hier jedoch oftmals an emotionalen und teilweise irrationalen Vorbehalten in den Genehmigungsbehörden.
- Die häufigsten Vorbehalte gegen die Errichtung von Freiflächen-Photovoltaik liegen in den Bereichen Naturschutz und Landschaftsbild. Mit der Auswahl der richtigen Standorte und mit einer zielgerichteten Gestaltung der Solarparks lassen sich bereits viele Kritikpunkte sachlich entkräften.
- Ein Factsheet zum Thema Freiflächen-PV soll Argumente und Fakten für einen sachlich geführten Diskurs innerhalb der Kommunen liefern. Darüber hinaus braucht die Region eine positive Kommunikation zur Thematik, um das Image der Freiflächen-Photovoltaik zu verbessern. Eindrucksvolle Bilder und Visionen sollen vorhandene Ängste und Vorbehalte auch auf emotionaler Ebene verringern.
Was wurde diskutiert?
Die Entwicklung eines Wasserstoffnetzes ist aktuell noch sehr aufwendig und kostenintensiv. Es braucht daher Abnahme-Cluster und eine Fokussierung auf attraktive Standorte, um die Infrastrukturkosten und individuellen Anschlusskosten zu senken. Bei der Alternativenprüfung, ob eine Elektrifizierung oder ein Anschluss an das Wasserstoffnetz in Erwägung gezogen wird, darf nicht vergessen werden, dass zusätzliche Stromverbraucher auch einen Ausbau des Stromnetzes erforderlich machen. Hier gelten also ähnliche Ausgangsbedingungen für die Ausbaukosten der Infrastruktur. Da der Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur gut skalierbar ist, kann die Erzeugung relativ einfach an steigenden Bedarf angepasst werden. Ein Schlüsselfaktor für die Umstellung von fossilen auf nachhaltige Energieträger ist eine integrierte Energienutzungsplanung.